SV Concordia Stassfurt

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Aktuelles

Schlagzeilen

07.06.2009
Saisonbilanz
Gesamte Saison verliert sich im Konjunktiv
 
Es ist Zeit, eine alte Bilanz zu ziehen, die der Regionalliga-Handballer des SV Concordia Staßfurt nämlich. Es ist keine schöne Bilanz, es ist sogar das " mit Abstand schlechteste Ergebnis ", mit dem Matthias Schröder, der letzte Trainer unter dem Namen Concordia überhaupt, in seiner Karriere abgeschnitten hat : zwei Siege, zwei Unentschieden, 26 Niederlagen ( 6 : 54 Punkte / 782 : 943 Tore ) – heftig. Als Tabellenletzter ist Concordia damit in die Oberliga gegangen, und nach fi nanziellen Problemen, nach Insolvenzantrag, nach Austritt der Abteilung und nach Gründung des neuen Vereins auch mit einem neuen Namen : HV Rot-Weiß. Und die neue Serie wird ganz sicher nicht leichter.  
 
" Mit Beginn der Vorbereitung habe ich gewusst, dass es schwierig wird. Nach dem ersten Punktspiel gegen Duderstadt wusste ich, dass es sehr schwer wird, wir hatten damals nie eine Chance ", erklärt Schröder. Dass es gar nichts wird mit dem Klassenerhalt, wusste nicht nur der 35-Jährige, als der Verein dem Hilferuf nach mehr Qualität in Personen nicht nachkam. Auch René Linkohr, der das Zepter des scheidenden Rainer Koch erst im November übernommen hatte und dann im März, zusätzlich aus persönlichen Gründen, das Handtuch warf, wusste es. " Das fand ich schade, ich hätte die Saison gerne mit René zu Ende gebracht. " Spieler wie Jörg und Jens Friedrich oder auch Sven Petersohn, der in der Saison zurück zum SV Anhalt Bernburg ging, hätten die Chance bekommen müssen, " ein Jahr lang in der Regionalliga zu reifen ", resümiert Schröder. Die Zeit hatten sie nicht. Eigentlich wäre das Zweitspielrecht mit dem SC Magdeburg ja eine gute Geschichte gewesen, wenn das Prozedere nur eine Konstanz erfahren hätte. Auch Schröder hatte " eigentlich ein gutes Gefühl ", vor allem nach dem ersten Saisonerfolg gegen die HSG Wolfen am 10. Oktober ( 31 : 27 ), als " Milan Weißbach ein super Spiel gemacht hat ". Aber schon drei Wochen später musste Schröder den Einsätzen jener Akteure ständig hinterher telefonieren. Vielleicht wäre es im Nachhinein betrachtet auch eine Möglichkeit gewesen, Weißbach, der beim SCM II wenige Einsatzminuten hatte, ja als festen Akteur zu installieren und nur Matthias Gerlich als Zweitspielrechtler zu nehmen. Vielleicht, denn mit ihren jetzigen Wechseln, Weißbach nach Hildesheim ( 2. Liga ) und Gerlich nach Essen ( 2. Liga ), hat sich auch gezeigt, " dass diese Spieler Qualität haben ". Schröders Rechnung wurde nur nicht gemacht. Ganz sicher auch aufgrund der finanziellen Probleme, von denen bis zu den Insolvenzanträgen durch drei Gläubiger im Februar niemand etwas wusste.  
Erschwerend aus sportlicher Sicht kam hinzu, dass weder mit den Magdeburgern noch durch den festen Kader selbst eine Trainingsbeteiligung von 100 Prozent auf das Parkett gebracht werden konnte. " Wir hätten schon zusammenwachsen können, aber wir konnten keine taktischen Situationen trainieren ", erinnert Schröder. Arbeitsbedingt mussten die Akteure passen. Und so zeigte sich, " dass wir bis zur 45. Minute noch eine Chance hatten, aber die Spiele nach hinten raus abgeben mussten ". Im Angriff wirkte der Auftritt der Concorden wenig einstudiert, in der Abwehr war nicht immer eine klare Absprache erkennbar, obwohl diese der beste Bestandteil der Mannschaft war. Wenn all die Probleme nun nicht gewesen wären, muss man nicht mehr hinterfragen. Die gesamte Saison verlor sich im Konjunktiv : könnte sein, müsste passieren, sollte kommen. Und manchmal verlor sie sich auch in der Illusion. Nach den guten Leistungen " redet man sich die Situation immer schön, und die Leute geben dich nicht auf ", obwohl nichts mehr zu gewinnen war. Den " letzten Hype ", so Schröder, hatte Staßfurt nach dem 35 : 35 in Hameln am 31. Januar. Es war das letzte Erfolgserlebnis zugleich. Allein sechs Niederlagen mit nur einem Tor kassierten die Concorden außerdem. Für die Psyche waren das alles andere als erhebliche Momente.  
 
Und jetzt kommt die Oberliga – ohne Nils Hähnel ( DHfK Leipzig ), ohne Steffen Wartmann und Andreas Stops ( beide Karrierende ), ohne David Stolze, der nach Langenweddingen zurückkehrt. Aber mit Matthias Schröder zum Beispiel (" Ich hänge noch ein Jahr ran "), mit Volker Wartmann oder auch Oliver Jacobi. Sowie mit Stefan Wiederhold. " Er hat sein Bleiben bekundet ", erklärt Rot-Weiß-Vorsitzender Patrick Schliwa. Die Vorbereitung im Juli " wird mit einer konditionellen Überprüfung beginnen ", sagt Schröder. Wer die vornehmen wird, steht nach wie vor nicht fest, so lange für Jürgen Wartmann in der Reserve kein Trainerersatz gefunden ist, gibt der Mann das Team auch nicht aus der Hand.  
Aber um in der neuen Oberliga-Saison die angestrebten Plätze eins bis sechs zu erreichen, um dann wiederum in die Mitteldeutsche Regionaloberliga aufzusteigen, " müssen wir schon mit der richtigen Einstellung in die Vorbereitung gehen ". Schröder hat die längste Fahrt ausgemacht : " Es sind 110 Kilometer bis nach Jessen. " Der zeitliche Aufwand wird geringer, der sportliche nicht. Weder in Anbetracht der Derbys, noch in Anbetracht der Gegner. Denn " viele haben das Zeug aufzusteigen ". Die Bilanz wird ab September neu berechnet.  
 
Quelle: Volksstimme vom 06.06.2009
 
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Oliver Jacobi (beim Wurf) erzielte die meisten Treffer für die Concorden. Foto: Ingo Müller
25.05.2009

Vor dem letzen Spiel
 
Ein bisschen Wehmut war am 23. Mai überall in der Merkewitzhalle zu spüren. Nach 14 Jahren stand das letzte Regionalligaspiel auf dem Programm. Schon seit Wochen war der Abstieg besiegelt, viel diskutiert und im Einzelnen geplant worden. Zwei Spieler nutzten den Abstieg und kommenden Neuanfang, ihren Platz im Team jüngeren Spielern zur Verfügung zu stellen. Andreas Stops und Steffen Wartmann gehören zu den Urgesteinen im SV Concordia und in den Jahren zu den Säulen im Regionalligateam. Ebenfalls nach nur einer Spielsaison geht David Stolze zurück nach Langenweddingen. Sich verbessern möchte das 18-Jährige Talent Nils Hähnel, der zukünftig in Leipzig spielen wird. Verabschiedet und gleichzeitig gedankt wurde Jenny Harre, die bis dato beim SV Concordia die F-Jugend trainierte und auf Grund ihrer Berufsausbildung Staßfurt verlassen muss. Vor dem Spiel erhielt Lothar Sperling, der zu den treuesten Fans gehört, seine Blumen zum 75. Geburtstag. Ebenfalls mit einem Strauß bedacht wurde Karin Gründler, die seit geraumer Zeit für die Versorgung im Klubraum sorgt.  

 
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Dank an: (von links) Jenny Harre, Lothar Sperling und Karin Gründler.

Verabschiedung David Stolze.

Nils Hähnel verlässt die Staßfurter Handballszene in Richtung Leipzig.

Viele Jahre spielte Steffen Wartmann Handball in Staßfurt. Aus beruflichen Gründen beendet er jetzt seine sportliche Laufbahn.

Seinen langjährigen Stammplatz zwischen den Pfosten gibt auch Andreas Stops auf.

Eine nette Geste der Fans nach Spielende. Fotos: Ingo Müller
23.05.2009
Presseinterview
Wartmann und Stops geben Abschied
 
Als Concordia Staßfurt 1995 in die Handball-Regionalliga aufgestiegen war, gehörten die Ur-Staßfurter Andreas Stops und Steffen Wartmann noch zum Nachwuchskader des Vereins. Beide feierten in dem ersten Jahr dritte Liga ihren 18. Geburtstag. Allerdings trainierten sie auch von Beginn an in den Reihen der Großen mit. 14 Jahre lang sind sie weite Touren gefahren, haben Siege gefeiert, den Aufstieg knapp verpasst, den Klassenerhalt geschafft. Jetzt, nach 26 ( Stops ) und 25 Jahren ( Wartmann ), endet ihre Karriere mit dem Abstieg. Heute Abend gegen den VfL Hameln ( 19. 30 Uhr ) geben beide ihre letzte Vorstellung auf heimischer Platte. Über die Dinge, die sie vermissen werden, und über die Zukunft des Nachfolgevereins HV Rot-Weiß sprach mit ihnen Sportredakteur Daniel Hübner.  
 
Volksstimme : Wenn man allein die sportliche Situation betrachtet, Steffen Wartmann und Andreas Stops, kann man sich doch ein schlechteren Zeitpunkt für einen Abschied gar nicht aussuchen ?  
Andreas Stops : Wenn man es aus rein sportlicher Sicht sieht, ist die Saison natürlich nicht gerade perfekt gelaufen für uns. Aber man kann es auch so sehen : Wir machen einen Neuanfang mit einem neuen Verein und einer neuen Mannschaft, und dann passt es wieder. Es ist natürlich schade, dass wir in die Oberliga absteigen, aber wir haben in der Regionalliga auch lange zur Stange gehalten. Außerdem haben Steffen und ich eine alte Wette zu laufen : Wir hören erst auf, wenn die Lichter ausgehen.  
Steffen Wartmann : Und sie gehen bei Concordia definitiv aus, also haben wir unser Wort gehalten. Aber klar, als Absteiger sich zu verabschieden, ist natürlich schlecht. Auf der anderen Seite gab es Dinge, die wir nicht zu verantworten haben. Wir haben schon mit Leuten zusammenspielt, die bei Problemen rechtzeitig die Kurve gekratzt haben, während wir trotzdem weiter zur Stange gehalten haben. Es ist auch ganz gut, dass wir jetzt einen kompletten Neuanfang machen, finanziell wie sportlich, wo man wirklich eine faire Chance bekommt, wieder bei Null zu beginnen und so weiterzumachen, wie es auch den Spielern gebührt : nicht mit irgendwelchen Altlasten, aber mit der Gewissheit, sich jetzt den Arsch aufreißen zu müssen.  
 
Volksstimme : Wie werden Sie sich denn in Zukunft in die Arbeit des neuen Vereins einbringen ?  
Wartmann : Ja, sich einfach so rauszuziehen nach 14 Jahren, das wäre schlecht. Deswegen werde ich im Umfeld mitarbeiten, ich bin bereits Mitglied des Fördervereins. Ich will dabei helfen, auf eine transparente Art und Weise wieder etwas entstehen zu lassen, was schon einmal war. Das muss sich natürlich auch mit dem Berufs- und Privatleben vereinbaren lassen.  
Stops : Bei mir ist es ähnlich. Logischerweise ist es so, dass du mit Handball nicht einfach aufhören willst und darfst. Denn irgendwo willst du abtrainieren. Das heißt für mich, dass ich zweimal pro Woche beim Training bin ...  
Wartmann : ... ich einmal ...  
Stops : ... du bist ja jetzt schon seltener da ... Ich will die Bindung zur Mannschaft auch weiterhin haben, habe auch gesagt, wenn Not am Mann ist, liegt der Pass noch da, kann ich immer kurzfristig einsteigen, wie es Steffen Koppius zwei, drei Jahre gemacht hat. Alles andere, welche Aufgabe ich also übernehmen werde, das ist noch offen. Das wird dann zur gegebenen Zeit verkündet werden.  
 
Volksstimme : Was werden Sie denn nach all den Jahren am meisten vermissen ?  
Stops : Die Auswärtsfahrten und den Bezug zur Mannschaften. Den Sport logischerweise. Das ganze Drumherum auch neben der Platte. Steffen habe ich in meinem Leben wahrscheinlich öfter gesehen als meine Eltern. Die Zeit, die du eben mit den Leuten verbracht hast, wird mir fehlen.Wartmann : Mir wird auch fehlen, wie wir aus Einzelnen eine Einheit gebildet und dann zugeschlagen haben. Ich denke da an Spiele, wo niemand gedacht hat, dass wir gewinnen würden, und dann haben wir den Gegner weggebügelt. Und die Schiedsrichter pfeifen ab, und du kannst es eigentlich gar nicht glauben. Das andere kam dann automatisch, die schönen Rückfahrten, das ganze Drumherum danach, genau das wird mir fehlen. Und das muss jetzt wieder wachsen, es ist ein Entwicklungsprozess. Wir hatten eben das Glück, dass wir es auch eingeimpft bekommen haben, das vermisse ich manchmal ein bisschen. Ich hoffe, dass es sich wieder entwickelt.  
Stops : Ich hoffe mal, dass wir einiges weitergeben konnte von dem, was uns damals eingeimpft wurde. Da spielen viele Ur-Staßfurter, die vom Charakter her auch so sind, dass sie es wieder hinbekommen werden.  
 
Volksstimme : Die Stimmung, hatte ich den Eindruck, war bis zum Schluss sehr gut. War das auch ein Grund, warum Staßfurter wie ihr über Jahre gehalten werden konnten ?  
Wartmann : Die Stimmung war in den vergangenen Jahren immer sehr gut. Und man kann jeden fragen, der irgendwann mal Staßfurt verlassen hat : Niemand ist im Bösen gegangen. Mir fallen wirklich nur zwei Spieler in alle den Jahren ein, die charakterlich gar nicht ins Gefüge gepasst haben. Alle anderen wären nie gegangen, wenn das Drumherum gepasst hätte. Das war ja der Spruch, den wir irgendwann nicht mehr hören konnten : " Also mannschaftlich passt es super, aber da und da kriege ich eben das und das Geld. "  
Stops : Die Stimmung ist auch bezeichnend für diese Saison. Wir haben sechs Punkte geholt. Suche mal eine Mannschaft, die sechs Punkte geholt hat, dann im vorletzten Spiel in Oebisfelde mit zehn Toren zurückliegt und sich so den Arsch aufreißt, um fast noch zu gewinnen. In anderen Mannschaften hätten Spieler schon aufgehört, oder sie hätten sich nur angekeift ...  
Wartmann : Einige hätten schon mit dem Antrag auf Insolvenzeröffnung gesagt : Das war ‘ s.  
Stops : Ich hoffe, die Stimmung bleibt so oder entwickelt sich sogar noch weiter, das wäre natürlich genial.  
 
Volksstimme : Der Abstieg ist der Stimmung jedenfalls nicht geschuldet ? Woran lag es dann, allein an den fi nanziellen Problemen ?  
Wartmann : Sportlich lag es ganz klar daran, dass wir von der Substanz her zu wenig Durchschlagskraft aus dem Rückraum hatten. Wir haben zwei sehr gute Kreisläufer, wir haben zwei solide Außen. Aber dass du torungefährlich bist, haben wir im letzten Spiel gessehen, da stellen sich alle hinten rein und du bist hoffnungslos verloren. Und Fakt ist, dass wir viele Typen haben, die viele Tore machen wollen, aber Abwehr nicht arbeiten.  
Stops : Und das zweite ist ein einfaches Rechenbeispiel : Eine Mannschaft sollte aus 14 Mann bestehen, um im Training taktische Maßnahmen einstudieren zu können. Das wäre auch bei uns sehr wichtig gewesen, individuell haben wir ja gute Leute. Aber 60 oder 70 Prozent der Mannschaft hat keine Regionalligaerfahrung. Und wenn du jetzt Spieler hast, die aus der A-Jugend oder Verbandsliga kommen, sich gegen erfahrene Spieler stellen, dann fehlt ihnen die taktische Finesse. Das ist eben auch ein Manko, das wir hatten, aber dafür kannst du den Spielern keinen Vorwurf machen.  
Wartmann : Was für uns beide wichtig ist : Es war auch diesmal kein verschenktes Jahr. Ich bin lieber mit den Leuten, die da waren und da bleiben, abgestiegen, weil das auf jeden Fall ehrlich ist, als mit irgendwelchen Schauspielern, die sich profilieren wollen. Deswegen gehe ich auch mit einem lachenenden Auge.  
 
Volksstimme : Was trauen Sie dem neuen HV Rot-Weiß zu ?  
Wartmann : Ich denke, dass die neue Saison ein verdammt schwieriges Jahr wird, gerade mit Blick auf die Abstiegsregel durch die Reform. Es wird ein hartes Stück Arbeit, die Jungs da hinzukriegen, dass wir die Klasse halten. Aber nichtsdestotrotz sind es alle Jungs von hier, es soll alles auf eine ehrlich Art und Weise zugehen. Und die Leute sehen auch lieber, dass sich die Mannschaft den Hintern aufreißt. Aber ich habe die Hoffnung, dass die Jungs sich finden und die Vorbereitungsphase so läuft, dass sie gequält werden ....  
Stops : ... jetzt, wo wir nicht mehr dabei sind ... ( beide lachen ).  
Wartmann : ... nein, aber dass sie dann auch im Kopf so klar werden, um in den schwierigen Auswärtsaufgaben zu bestehen.  
Stops : Ich sehe es auch so. Kurzfristig gesehen ist natürlich das Ziel, unter den ersten Sechs zu kommen, damit du in der Oberliga bleibst und nicht durchgereicht wirst. Werden die Jungs auch sicher schaffen, daran glaube ich, weil jeder das Potenzial dazu hat. Wichtig ist natürlich, dass sie sich schnell finden. Es ist gut, wenn wir dann in der neu geschaffenen Oberliga ( Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bilden ab 2010 / 11 die neue Regionaloberliga / A. d. Red. ) spielen und dort eine feste Größe werden. Diese Liga ist eigentlich als Regionalliga zu betrachten. Und in absehbarer Zeit wird es auch andere Mannschaften wie Glinde, Köthen, Halle, vielleicht auch Aschersleben zu uns verschlagen. Deshalb muss es nicht heißen, wir müssen unbedingt in die Regionalliga aufsteigen.  
 
Volksstimme : Haben Sie einen Wunsch für das letzte Spiel ?  
Stops : Das ist ja wohl nicht schwierig. Wir gehen ja in jedes Spiel und sagen, heute muss es doch mal klappen, heute müssen wir doch mal gewinnen. Ansonsten brauchen wir gar nicht auflaufen. Wir wollen uns anständig verabschieden, so, wie wir es auch in den letzten Wochen schon gezeigt haben. Ich hoffe, dass einige Zuschauer da sind und ein gutes Spiel sehen werden.  
Wartmann : Man muss sehen, dass auch die Jungs im nächsten Jahr bei Null anfangen und die Chance beim Zuschauer bekommen sollen.  
Stops : Und dann nicht nur vor 200 oder 300, sondern vielleicht mal wieder so viele, wie früher gekommen sind, 800 oder 1 000 Leute hatten wir teilweise in der Halle. Klar ist die wirtschaftliche Lage nicht so einfach, um die Leute in die Halle locken zu können, aber wünschen würde ich es mir. Denn es ist auch als Spieler dann leichter, Partien zu gewinnen.  
Wartmann : Wenn ich beruflich in der Gegend unterwegs bin, wirst du zum letzten Spiel immer angesprochen. Daran sieht man ja, dass das Interesse da ist. Nur in der Halle saßen eben wenig Leute. Das kann ich dann nicht nachvollziehen. Es wäre also schön, wenn sich wieder jeder ein eigenes Bild macht. Das wünsche ich mir für die neue Saison.  
Stops : Früher hatten wir eine familiärere Atmosphäre, die ganze Bindung zu den Sponsoren und zu den Zuschauern. Wir waren eine große Einheit. Das ist auch vom Vereinskonzept her in den vergangenen Jahren etwas aus dem Ruder gelaufen. Aber wir müssen das Spiel wieder zum kleinen Event machen.  
 
Volksstimme : Schlusssirene, 20. 50 Uhr am Sonnabend, was sprechen die Emotionen ?  
Stops : Ehrlich gesagt, würde ich erst gar nicht auflaufen. Gedanken machen darfst du dir darüber nicht. Ich sag mir immer, am Montag geht der Alltag wieder los, auch mit Training. So versuche ich es, auch für mich hinzukriegen, aber ich glaube, ich kriege es nicht hin.  
Wartmann : Ich habe das noch weit verdrängt. Bei mir passt wieder alles perfekt. Fast die gesamte Familie ist da, und meine Frau hat an diesem Tag auch noch Geburtstag, ich bin dann also gut ausgelastet und abgelenkt. Ich denke, das kommt erst in den Tagen danach, wenn du alles setzen lassen kannst.  
Stops : Wenn es irgendwann zum ersten Auswärtsspiel der neuen Saison kommt, und du sitzt zu Hause, dann lässt du dir erst einmal alles durch den Kopf gehen. Aber dann bist du allein, das ist ganz positiv.  
 
Quelle: Volksstimme vom 23.05.2009
 
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Ein Ende im Abstieg, aber auch ein Ende mit Zukunft. Andreas Stops (l.) und Steffen Wartmann. Foto: Volksstimme
17.03.2009

Wiederaufstieg nicht zu realisieren?
 
Rechtsanwälte haben so ein sonniges Gemüt. Sie sagen zum Beispiel, eine Insolvenz sei auch immer eine Chance. Aber diese positive Grundstimmung schlägt natürlich nicht sogleich wohlwollend auf den Magen im Verein – auch nicht beim SV Concordia Staßfurt. Ende Februar, bestätigte gestern Geschäftsführer Klaus-Peter Duwald, sei ein entsprechender Insolvenzantrag beim Amtsgericht gestellt worden, nicht von der Gemeinschaft, sondern von einem Gläubiger.  
 
Rechtlich ist das tatsächlich möglich, und es ist das letzte Druckmittel einer Institution, seine Forderungen einzuholen. An welchem Punkt sich der Prozess derzeit bewegt, auf welchen Betrag es hinausläuft und wer der Antragsteller ist, war gestern beim Amtsgericht Staßfurt nicht mehr zu erfahren. Und näher wollte sich Duwald zur der Sache öffentlich nicht äußern. Das soll in dieser Woche nach vielen anderen Gesprächen zur Zukunft des Vereins passieren.  
 
Aus sportlicher Sicht allerdings wird in Anbetracht dieser Situation einiges klar. Auch die Entscheidung René Linkohrs, nach knapp fünf Monaten das Traineramt beim Handball-Regionalligisten niederzulegen. Das geschah in der vergangenen Woche ( Wir berichteten). Linkohr erklärt diesen Schritt ebenfalls mit den familiären und beruflichen Gründen. Aber er erklärt ihn auch mit der fehlenden Motivation. Der erste Stichtag in diesem Jahr war der 20. Januar. Bis dahin sollte geklärt werden, welche Spieler auch im Falle eines Abstiegs weiter zur Concordia halten würden. Dann sei versprochen worden, die Verträge aufzusetzen und einige Woche später vorzulegen. Aber das passierte eben nicht. Stattdessen sei den Spielern ein weißes Blatt Papier gegeben worden, auf jenem die präzise finanzielle Vorstellung schriftlich defi niert werden sollte.  
 
Am Dienstag vergangener Woche hatte Linkohr entsprechend die Offenlegung der finanziellen Situation gefordert. Und wurde mit Rückständen, angehäuft in mehr als einem Jahrzehnt, konfrontiert. " Ich habe mich hintergangen gefühlt ", sagte der Ex-Coach. Bis dahin hieß das Ziel, bei einem Abstieg " den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen ", damit konnte sich Linkohr anfreunden. Aber dazu strebte er auch eine Personalsicherheit an – und zwar frühzeitig. Nun ist klar, dass der Verein gar nicht planen konnte. Linkohr ist sich sicher : " Selbst wenn wir in der nächsten Saison den Titel geholt hätten in der Oberliga, wäre der Aufstieg in die dritte Liga finanziell nicht zu realisieren gewesen. " Das alles " hat meine Motivation sterben lassen ".  
 
René Linkohr selbst habe dann Matthias Schröder empfohlen, als neuer Coach die Mannschaft zunächst bis Saisonende zu übernehmen. Die Beteiligten haben sich auf diese Lösung geeinigt. Einen leichten Job, Mannschaft zu trainieren und zu motivieren, hat Schröder, Inhaber der BLizenz, allerdings nicht. Viele Spieler auch nicht, erst recht nicht nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Nils Hähnel ( Sprunggelenk ) am Sonnabend beim Spiel gegen Fredenbeck. Der 18-Jährige wird drei Wochen ausfallen.  
 
Sollte es zu einer Insolvenzeröffnung kommen (wenn dem Verein also für den laufenden Zahlungsverkehr die entsprechenden Mittel fehlen), ist die höchstklassige Mannschaft, so lautet die Regel, zum Abstieg zwangsverpflichtet. Alle anderen Teams und Abteilungen berührt dies indes nicht. Duwald sagte, dass " wir den Spielbetrieb aufrecht halten werden ", und dass der Rechtsbeistand der Concorden positive Signale gesendet hat, eine Eröffnung abwenden zu können.  
 
Quelle: Volksstimme vom 17.03.2009
 
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20.01.2009
Torjäger beantwortet Pressefragen
Oliver Jacobi im Interview
 
Ihm wurde eigentlich das Dauerlächeln in die Wiege gelegt, denn wenn Oliver Jacobi kein breites Lächeln auf den Lippen trägt, dann stimmt irgend etwas nicht. Er beherrscht auch durchaus die klaren Worte. Und was der Handballer vom Regionalligisten Concordia Staßfurt, 1,87 Meter groß, 85 Kilogramm schwer, nun gar nicht mag, ist das Wort Abstieg. Um dem entgegenzuwirken in dieser Saison, hat er bereits 60-mal getroffen. Über bittere Niederlagen, das Nachdenken vor dem Abschluss und die Frage, was nach der Saison kommt, sprach mit ihm Sportredakteur Daniel Hübner.  
 
Oliver Jacobi, Sie sind gelernter Bürokaufmann. Sind Sie ein Langweiler?  
Eigentlich nicht. Ich bin sehr partyfreudig. Da muss schon jedes Wochenende etwas sein. Das ist zwar schlecht im Moment beim Handball, am Freitag die Spielvorbereitung, am Sonnabend die weiten Auswärtsfahrten …  
Vermissen Sie dann etwas?  
Naja, es ist schon extrem. Im Gegensatz zur Verbandsliga ist das ein großer Wandel.  
Musste man Sie deshalb erst zur Regionalliga überreden?  
Nein, das nicht. Ich hatte ja schon vor zwei Jahren in der Regionalliga gespielt, damals sind wir allerdings mit 19 Spielern in die Saison gegangen. Aber darüber möchte ich gar nicht reden. Heute finde ich gut, dass ich einen Lauf habe, dass ich meine Leistung abrufen kann, und dass der Trainer auch das Vertrauen hat. Ich spiele ja vor allem im Angriff, Abwehr ist noch meine Schwäche.  
Warum?  
Warum? Bei mir ist es vielleicht die Schwäche, weil ich abwehrfaul bin. Ich stecke mehr Potenzial in den Angriff, weil ich torgeil bin. Es gibt eben viel Bessere in der Deckung wie Volker Wartmann oder Matthias Schröder. Das merkt man auch, wenn sie fehlen.  
Passt Torgeilheit auch zu Ihrem gesamten Charakter?  
Ich bin der Typ, der gewinnen muss, ich kann nicht verlieren. Wenn wir zum Abschluss beim Training Fußball spielen, Alt gegen Jung, und Jung verliert, das kann ich nicht leiden. Oder in der Regionalliga haben wir viele Spiele mit einem Tor verloren, das ist richtig bitter. Lieber kriege ich eine Klatsche, dann waren wir eben schlecht und alle wissen, wo der Fehler steckt. Andererseits war es auch schön, wie gegen Einheit Halle, mal mit einem Tor zu gewinnen.  
Weil man wieder weiß, wie sich Glück anfühlt?  
Richtig. Wir hatten in der Saison herbe Rückschläge. Aber ich kann auch nicht in eine Saison mit nur zwölf Leuten gehen. Solche Abgänge wie Retting oder Wienöbst kann man nicht so leicht kompensieren. Uns fehlt einfach mal der Shooter von hinten. Nils Hähnel hat sich zwar entwickelt, aber auch da ist noch steigerungsfähiges Potenzial. Aber er ist eben auch erst 18 Jahre und spielt inzwischen – wie ich – seine erste feste Saison in der Regionalliga. Unsere Mannschaft ist ganz sicher ausbaufähig, aber wir sind zu klein, haben nicht den Überflieger. Wenn man dann gegen Edewecht spielt, steht vor dir eine Zwei- Meter-Mauer.  
Deshalb bleibt ja zu hoffen, dass die Akteure mit dem Zweitspielrecht einen regelmäßigen Einsatz erfahren.  
Das hoffe ich auch. Das sind wichtige Leute, die man braucht. Ich möchte ja in der Regionalliga bleiben, ich will nicht absteigen. Und egal wie eng es wird, da müssen wir uns einfach mal zusammenreißen und das Ding ziehen. Jetzt gegen Duderstadt wären zwei Punkte natürlich optimal, und wenn wir nur mit 1:0 gewinnen, das ist mir egal.  
Und Oliver Jacobi markiert den Siegtreffer.  
(lacht) Nach 59:59 Minuten.  
Das wäre nicht überraschend, immerhin sind Sie mit 60 Treffern bester Concorden- Schütze der Saison. Ist das für einen torgeilen Kreisspieler eine gute Zahl?  
Also ich finde, für einen Kreisspieler ist das gut. Torschützenkönige sind ja eigentlich die Rückraum-Spieler. Dass ich jetzt so einschlage wie eine Bombe, wusste vorher auch keiner. Aber dass ich nun der beste Werfer bin, finde ich eher erschreckend. Mich interessiert nicht, ob ich Torschützenkönig werde. Das hängt dann nur im Kopf. Dann bist du verwirrt und machst nur noch Mist, weil du dir sagst, die nächste Chance musst du verwerten. Ich spiele Handball, weil es mir Spaß macht, da zählt nur die Mannschaft.  Unabhängig von den Zweitspielrechten hat Ihr Trainer René Linkohr die Philosophie von einem festen Kader. Wie stehen Sie dazu?  
Das hilft uns schon weiter. Solch eine Moral in der Mannschaft, obwohl wir die Rote Laterne tragen und eigentlich nur zu Zehnt sind, habe ich noch nicht gesehen. René Linkohr hat uns noch einmal wachgerüttelt. Die Ansicht des Trainers finde ich gut und richtig. Er macht das Beste aus der derzeitigen Situation.  
Eine Situation, die sich schon durch die gesamte Saison zieht.  
Ja, es macht auch keinen Spaß, montags zum Training zu kommen, kein Torhüter ist da, wir sind nur zu viert oder fünft. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich in die Regionalliga starte mit nur zwölf Spielern, davon hole ich drei aus der Verbandsliga, drei aus der Oberliga, aber keinen Erfahrenen aus der Regionalliga. Und zwei sind schon wieder weg. Das ist ein Problem.  
Sie haben natürlich viele wichtige Tore gemacht, aber es gab auch in entscheidenden Phasen Chancen, in denen Sie plötzlich einen Heber versuchen, der Ihren ehemaligen Trainer Rainer Koch zum Kochen brachte. Sind Sie manchmal ein Freund von Bruder Leichtsinn?  
Nein, das ist einfach so bei den freien Bällen, nicht bei Kontern, aber wenn ich am Kreis frei zum Wurf komme und ich habe noch drei Sekunden zum Überlegen, dann ist es eigentlich schon vorbei. Dann spielt man blöderweise den Heber, der auf die Latte geht.  
Ist das trotzdem auch ein bisschen für die Galerie?  
Nein, dafür bestimmt nicht. Da kenne ich andere, die für die Galerie spielen. Und einen Dreher zum Beispiel wird man bei mir nie sehen.  
Wenn man einschlägt wie Sie in einer Saison, werden doch auch andere Vereine auf Sie aufmerksam.  
Also, Angebote von anderen Vereinen habe ich noch nicht bekommen. Wenn mir was vorliegen würde, müsste man sich das vielleicht überlegen. Andererseits bin ich hier in Staßfurt groß geworden und will hier auch weiterspielen.  
Das heißt, im Falle eines Abstiegs würden Sie sich in die Planung für die neue Saison einbeziehen?  
Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir nach einem Jahr Regionalliga ein Verein ein Angebot macht. Beispiel Sebastian Retting: Er hat hier auch ewig gespielt, bis irgendwann Köthen kam. Wenn der Abstieg kommt, was ich natürlich nicht hören will, dann bleibe ich in Staßfurt und in der Oberliga.  
Sie sind auch ein Ur-Staßfurter. Hatten Sie nie den Gedanken, mal an die Sportschule zu wechseln?  
Mein Interesse wurde schon geweckt, ich war ja auch zu Sichtungen. Aber ich dachte am Ende immer: Ach nein, bleib zu Hause, auch weil ich meine Freunde hier hatte. Und dann hast Du neben dem täglichen Sportunterricht noch Training, so viel wollte ich in den Sport nicht investieren.  
Oliver Jacobi quält sich nicht gerne.  
 
Quelle: Volksstimme vom 17.01.2009
 
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Oliver Jacobi ist der beste Werfer der Concorden. Foto: Volksstimme
14.01.2009
Halbzeitbilanz
Schlusslicht - nur vorübergehend?
 
Erst nachdem im neuen Jahr letztes Wochenende der letzte Spieltag der Hinrunde gespielt wurde, ist ein Halbsaisonresümee möglich oder auch nicht, da noch zwei Spiele ausstehen, die erst am 31. Januar gespielt werden. Das, was für die Moral so wichtig ist, heißt Hameln gegen Staßfurt. Dazu ist „Auswärtssieg“ für die Concordia 2008/09 bislang ein Fremdwort. Bis dato sind zwei Siege und ein Remis die Summe für das dürftige Punktekonto. Erkämpft in den Derbys gegen Wolfen und Halle sowie der Punktgewinn oder Verlust zu Haus gegen Oebisfelde. Ebenfalls offen Münden-Barnstorf/ Diepholz. Was den SV Concordia in den 13 Regionalligajahren auszeichnete, die Heimstärke, lässt in dieser Saison zu wünschen übrig und rächt sich inzwischen mit nachlassenden Zuschauerzahlen. Von den elf Niederlagen wurden in der Merkewitzhalle sechs verloren. Knapp mit nur einem Tor Differenz die gegen Barnstorf- Diepholz und Habenhausen. Deutlich Glinde und Duderstadt. Das 26:28 gegen Aschersleben. Ein Tabellenführer, noch dazu so verstärkt, kann beim Tabellenletzten gewinnen, ohne dass Schamesröte aufkommt. Ein Platz am Tabellenende bringt viele Kritiker auf den Plan. Ursachen werden gesucht, gefunden, erfunden und zum Teil von den Verantwortlichen akzeptiert. Der Trainer steht nicht zur Diskussion. Mit Rene Linkohr hat ein Mann mit Fachverstand das Ruder übernommen. Mit denkbar ungünstigen Grundlagen, wenn die Sprache auf der Kader kommt. Erschreckend klein das Aufgebot im ersten Spiel gegen Duderstadt. Ganze 12 Spieler. Inzwischen, mit den drei A-Jugendlichen und den mit Zweitspielrecht einsetzbaren Magdeburgern eine gewisse Stattlichkeit, doch fehlt gerade bei Letzteren die Zuverlässigkeit, die Seitens des SC Magdeburg zu wünschen übrig lässt. Beidseitige Abstimmungen brachten das Ergebnis, dass bis auf vier alle Rückrundenpartien des SV Concordia mit wenigstens zwei Magdeburgern unterstützt werden. Darüber hinaus sind zwei Handballer im Gespräch, die den SVC verstärken können. Bei allen Diskussionen und Spekulationen sollte nicht vergessen werden, Schröder, den Wartmännern, allen bislang Eingesetzten zu bescheinigen, sich kämpferisch nicht blamiert zu haben.  
 
Abgerechnet wird am 23. Mai zu Haus gegen Hameln. Offen sind noch 16 Spiele und der Blick auf die Tabelle zeigt, dass ab Rang 12 die Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt steht.
 
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Erleichterung pur. Die Freude der Concorden nach dem Sieg über den HC Einheit Halle.

Oliver Jacobi zählt zu den besten Torschützen im Team. Fotos: Ingo Müller
08.01.2009
Manuel Naruhn- Cup in Haldensleben
Hähnel war gut drauf
 
Irgendwann sind dann wohl allen die Kräfte ausgegangen. Einige konnten kraftlos erst gar nicht teilnehmen. Volker Wartmann zum Beispiel, auch Eike Rach, die sich zu Hause kurierten. So waren es noch sieben Feldspieler und zwei Torhüter, die die Reise zum ersten Manuel-Naruhn- Cup am vergangenen Sonnabend in Haldensleben angetreten waren. Und von den Sieben blieben am Ende auch nur noch vier Akteure im Vollbesitz ihrer Kräfte übrig. Matthias Schröder, der den privat verhinderten Trainer René Linkohr auch als Coach vertrat, erklärte dehalb: Aus taktischen Gesichtspunkten war nicht viel zu machen.“ Nur so lange die Kraft reichte, konnten die Regionalliga- Handballer vom SV Concordia auch etwas probieren, was dann „mehr oder weniger funktionierte“. Am Ende belegten die Staßfurter in diesem äußerst ausgeglichenen Teilnehmerfeld mit Gastgeber Haldensleben (20:19), Vorsfelde (19:20) als Oberligisten sowie Eintracht Glinde (18:19) als Ligakonkurrent der Concorden den letzten Platz (Volksstimme berichtete). Für Tobias Ortmann hat das neue Jahr wiederum mit einer Verletzung begonnen. Nach drei Minuten im zweiten Spiel gegen Haldensleben kam für ihn das Aus. So mussten, so lange es ging, alle anderen komplett durchziehen. Nils Hähnel deckte ungewohnt auf der Halben, sonst deckt er auf Außen. Aber zumindest im Angriff „war er wirklich gut drauf“, freute sich Schröder über die Leistung des 18-Jährigen, der 16-mal ins gegnerische Gehäuse traf und damit bester Werfer des Turniers wurde. Heute geht es für die Concorden im Training weiter.  
 
Das erste Punktspiel des neuen Jahres steigt erst am 17. Januar, wenn die Staßfurter zum Auftakt der Rückrunde bei Jahn Duderstadt antreten (18 Uhr). Das letzte Match der Hinrunde beim VfL Hameln wurde auf den 31. Januar, 19.15 Uhr, verlegt. Unterdessen laufen die Personalplanungen im Hintergrund. Zwei Namen stehen derzeit auf dem Zettel von Concorden-Geschäftsführer Klaus Duwald, die er zwar nicht konkret nennen wollte, allerdings sei von zumindest einem Spieler Interesse an einer Verpflichtung geäußert worden. Im letzten Gespräch vor dem Jahreswechsel fanden die Concorden eine Einigung mit dem SC Magdeburg hinsichtlich des Einsatzes der drei Akteure mit Zweitspielrecht. Demnach werden bis auf vier Spieltage, an denen beide Teams parallel auflaufen, mindestens zwei Magdeburger dem SV Concordia im Abstiegskampf immer zur Verfügung stehen, berichtete Klaus Duwald.  
 
Quelle: Volksstimme vom 07.01.2009
 
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12.12.2008
Tradition und Abstiegskampf
Spiel der Erinnerung und Zukunft
 
Vielleicht, was kaum zu glauben ist, gibt es jemanden in dieser Region, der diese Geschichte wirklich noch nicht kennt. Nur ganz kurz: Es gab mal, so etwa vor zehn Jahren, ein Spiel zwischen den Handballern des SV Concordia Staßfurt und denen des SV Anhalt Bernburg. Das Spiel brach womöglich alle Rekorde der Hinunterstellungen. Bei Concordia waren es fünf, weshalb nur noch Volker Wartmann und Keeper Patrick Schliwa auf der Platte standen. Schliwa, der sportliche Leiter der Staßfurter und 41 Jahre, könnte diese Geschichte jeden Tag erzählen mit einem Lächeln und Kopfschütteln zugleich. Denn trotz dieser Minifraktion haben die Concorden damals Unentschieden gespielt in der Regionalliga. Das Spiel von damals und natürlich das Regionalliga-Spiel in der aktuellen Saison stehen morgen im Mittelpunkt der Merkewitz-Halle. Und zwischen den Events kommt der Weihnachtsmann, geordert von den Staßfurtern über den Discounter Lidl.  
Tradition lebt also auf. Staßfurt 1998 trifft auf Bernburg 1998, aber nicht nur. Neben Schliwa und Jens Lingott und Steffen Koppius wird auch der ehemalige Torgarant von Motor Staßfurt, Karl-Heinz Maruhn, mit von der Partie sein, ebenso der ehemalige Spielertrainer Hartmut Roscher oder der Verantwortliche bei Anhalt, Klaus Osterland. Die Partie der Erinnerung beginnt um 15 Uhr, danach werden den Concorden-Fans wie im vergangenen Jahr, als die angestrebte Zuschauerzahl von 777 knapp verfehlt wurde, reich beschenkt vom Weihnachtsmann. Und um 17 Uhr beginnt das Spiel der Zukunft. Der SV Concordia kann nämlich mit einem Sieg gegen Oebisfelde die Rote Laterne abgeben. Die Bescherung kennt morgen viele Möglichkeiten. Und das Staßfurter Traditionsteam feiert am Ende des langen Nachmittags im „Salzhof“ Weihnachten.  
 
Quelle: Volksstimme vom 12.12.2008
 
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Einige Schnappschüsse der Begegnung.









Fotos: Ingo Müller
29.11.2008
Trainer zieht sich zurück
Rainer Koch sagt Tschüss
 
Seine Vita klingt wie eine Langspielplatte, die sich durch die Titel des Lebens kratzt, die Kapitel sind ordentlich aneinander gereiht, die Platte gerät kaum ins Stocken. Der vorgegebene Weg gerät nicht in die Verlegenheit von Umwegen. Sein Fahrplan ist eine 45-jährige Abfahrt und Ankunft, mit dem Auto, mit dem Zug, mit dem Flugzeug, per Anhalter. " Wenn ich könnte ", sagt Rainer Koch, " würde ich den Weg noch einmal gehen. " Rainer Koch, Handball-Trainer, ist 65. Endstation ? Von Daniel Hübner  
 
Es ist ein Sonnabend im September, es ist eine lange Reise. Der Bus steuert leise seinem Ziel entgegen. Der kleine, ältere Herr unter den großen Handballern, inzwischen ziemlich ergraut, sitzt ganz vorn in der ersten Reihe, gleich hinter dem Fahrer. Rainer Koch mag es, alles im Blick zu haben. Er verzieht in den vier Stunden Anreise kaum eine Miene. Dennoch wirkt er müde. Müde von dieser Reise, die nach knapp einem halben Jahrhundert dem Ende entgegen fährt. Koch selbst hat, was nicht einmal die Concorden-Mannschaft weiß, längst auch seinen Abschied fest im Blick. Die letzte Reise geht nach Beckdorf. Sie endet mit einer Niederlage. Und die Rücktour naht sich der zeitlichen Unendlichkeit. Koch will nicht mehr. Er hat genug vom Reisen, von langen Busfahrten, vom Trainerdasein auch. Nachdem er seinen Abschied verkündet hatte, sagt er, kam die Nacht, da " ich zum ersten Mal wieder durchgeschlafen habe ".  
 
Wie hält ein Mann, der selbst ein handballerischer Spätentwickler, dann aber schnell und torgefährlich war für Motor Staßfurt, solch eine lange Reise nur durch ? " Ich bin ein Handballfanatiker, ein Idiot ", sagt Koch. Es ist ein Dienstag im November in seiner bis zuletzt sportlichen Heimat Staßfurt, Merkewitz-Halle, Clubraum – im Hintergrund stehen viele Pokale und Mannschaftsfotos. Als Aktiver ist Koch DDRMeister auf dem Großfeld geworden mit Motor. Das war 1971. Da war Koch längst Coach, seit acht Jahren nämlich. " Ich habe schon in der Jugend gewusst, dass ich Trainer werden wollte. " Auch mit Hilfe seines ersten Übungsleiters Horst Schmidt, der Motor in die ersten Liga geführt hatte ( 1957 ), " von dem man unheimlich viel lernen konnte ". Und mit Hilfe des Eindrucks, den er von Franz Bechmann gewonnen hatte. Bechmann schaffte das Kunststück, drei DDRMeisterschaften mit dem Neundorfer Nachwuchs zu gewinnen. " Und das für ein solch kleines Dorf. "  
 
Den Weg des Trainers Koch konnte er eigentlich nur selbst aufhalten. Nach seiner Rückkehr von der Armee ( 1963 ) trainerte er die B-Jugend Motors, die bei den nationalen Titelkämpfen auf Großfeld im Viertelfinale am späteren Meister Empor Rostock scheiterte ( 11 : 12 ). Mit 24 Jahren wurde er bereits hauptamtlicher Trainer im DTSB ( 1967 ), er coachte erst die Kreisauswahl Staßfurts erfolgreich. Die Verantwortlichen verpfl ichteten ihn dann als Trainer der Bezirksauswahl, bei der zentralen Spartakiade, so hieß das damals, holte Koch Silber mit einem Team, das zwei Jahre zuvor nicht einmal die Endrunde erreicht hatte. " Das hätte niemand für möglich gehalten. " 1970 wurde er zum SC Magdeburg geholt, ein Jahr später in der Schmiede festangestellt. " Ich fuhr jeden Morgen mit dem Zug nach Magdeburg, und im Sommer auch per Anhalter. " Er musste einen Zwischenstopp einlegen beim weiblichen Nachwuchs, für den männlichen fehlten ihm damals die entsprechenden Semester im Fernstudium, so war das vorgeschrieben. Mit den Mädchen durchbrach er eine zwölfjährige Ära Leipziger Dominanz. In seinem ersten und letzten Jahr unter jungen Frauen holte er den Meistertitel. An Koch führte längst nichts mehr vorbei. 1974 übernahm er die 17- bis 20-Jährigen beim SCM, 1976 wurde er Co-Trainer von Harald Franke in der DDR-Jugendauswahl – und blieb es mit zwischenzeitlicher Hauptverantwortung bis 1989. Durch seine Hände gingen allein sechs Handballer des Olympiasiegers von 1980 in Moskau.  
 
Die Wende bedeutete auch beim Trainer Koch Verunsicherung - im ersten Moment. Das Moment hielt nicht lange. Koch produzierte seine Zukunft selbst. Eigentlich sollte er ja in Algerien oder Tunesien Trainer werden, so sah es sein Vier-Jahres-Vertrag, unterschrieben 1989, vor. Der Kontrakt überlebte den Mauerfall nicht. Stattdessen wurde er 1991 Trainer beim dänischen Zweitligisten SG Skjern, arbeitete nebenbei als Maschinenarbeiter. Er verdiente Geld, viel Geld für damalige Verhältnisse. Er war schon zu Magdeburger Zeiten einer der bestbezahltesten Übungsleiter, er wusste : " Die Familie ist versorgt. " Und das war vielleicht in all den Jahren der größte Kompromiss, den er mit seiner Frau Hildegard, seinen Töchtern Sabine und Silke eingegangen war, stillschweigend womöglich. " Ich hatte die ideale Partnerin ", sagt Koch. Die Reise nach Dänemark endete mit dem Kompromiss Kochs, seine Gattin, nachgereist, gefiel es im flachen Land nicht. Sie wechselten in die Flensburger Region, sie kehrten zurück nach Staßfurt, als Staßfurt in die Regionalliga aufgestiegen war ( 1995 ). Neun Jahre war Koch der Coach, und nach neun Jahren hatte er auch genug. Die sechs Monate der vergangenen Saison bei Concordia waren sein letzter Ausfl ug. Endstation ?  
 
Eine andere Reise hat begonnen. Es ist nun Zeit für die Kinder. Sie heißen vor allem Charlotte und Daniel, sie sind die Enkel, die das Haus Koch beleben. Wenn sie da sind, " dann geht es rund ", sagt Koch. Kinder, " das habe ich ein bisschen verpasst ", sagt er vorsichtig über die Zeit der Reise, fern der Familie. Koch ist verabschiedet worden vor dem Heimspiel gegen Habenhausen im Oktober. Er stand dort auf der Platte wie auf einer Bühne, von weitem applaudierten die Zuschauer, hinter ihm die Spieler. Jedes seiner Worte ist auch immer ein bisschen Gesetz gewesen. Koch ließ sich von seiner Linie nie abbringen, das ist die alte Schule, seine alte Schule. Das hat die Arbeit mit ihm vielleicht nicht immer einfach gemacht. Zum Abschluss gab es Blumen, ein paar herzliche Worte, dann verschwand er aus dem letzten Rampenlicht in die beinahe hinterste Ecke der Merkewitz-Halle, als stiller Beobachter.  
 
Noch Fragen ? Das Datenuniversum der Vita Kochs lässt keine Fragen nach Erfolgen oder Niederlagen offen, wenngleich die Ausbildung der Akteure für ihn immer im Vordergrund stand. Er hat keinen Weg auf seiner Reise bereut. An jenem Dienstag im Clubraum beendet er recht abrupt das Gespräch. " Ich muss raus ", sagt er, " der Nachwuchs ", den Rainer Koch bei Concordia nun unterstützt. Der Anhalter hat eine Aufgabe gefunden, nur auf Reisen geht er mit ihr nicht mehr. Eine Langspielplatte des Handballs ist aus.  
 
Quelle: Volksstimme vom 29.11.2008  

 
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Nach 45 Jahren hat sich Rainer Koch vom Traineramt zurückgezogen. Foto: Volksstimme
02.11.2008
Vor der Begegnung SVC - ATSV Habenhausen
Das gab es vor dem Spiel
 
Vor dem Spiel gegen Habenhausen ernteten vorerst die Herren in Zivilkleidung interessierte Blicke der Zuschauer. Unter diesen Bürgermeister Rene Zok, der bald Oberbürgermeister werden wird und Martin Kriesel, das Ex-Oberhaupt, dem diese Krone vorenthalten blieb. Im Protokoll dann: Der neue Trainer sollte vorgestellt, der bis dato in Amt und Würden, Rainer Koch verabschiedet, besser gedankt werden. Dann hatte Mannschaftskapitän Steffen Wartmann Geburtstag und statt Geschenke zu empfangen, holte sich der 31-Jährige blaue Flecke gegen einen doch robust aufspielenden Gegner. Alles im Schnelldurchlauf, wo Geschäftsführer Klaus-Peter Duwald drängte, da ihm das Schiedsrichtergespann im Rücken saß.
 
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Blumen für das Geburtstagskind Steffen Wartmann.

Einst beruflich Mitarbeiter und Chef, dann die Zusammenarbeit in Form Trainer und Präsident und jetzt Rentner und Rentner, Rainer Koch und Wolfgang Reiche.

Übergabe des Staffelstabes, könnte man meinen. Während Rainer Koch (links) die Erleichterung über seine Entlastung anzusehen ist, ist das Gesicht von Neu-Coach Rene Linkohr Minuten vor dem Spiel von Anspannung gezeichnet.

Fingerzeig von Klaus-Peter Duwald. Vielleicht auf die Schiedsrichter, die auf einen pünktlichen Spielbeginn drängten und die Feierlichkeiten vor dem Spiel kürzten.

Das erste vom Fotografen eingefangene Lächeln auf dem Gesicht von Rene Linkohr. Mit welchen Worten ihn Präsident Wolfgang Reiche zum Schmunzeln brachte, ist nicht überliefert. Fotos: Ingo Müller

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